Tuesday, 10. march 2009 2 10 /03 /März /2009 22:31

Jetzt bin ich schon fuenf Wochen hier in Ghana und nicht ein Tag vergeht, an dem ich nicht mindestens einmal ins Staunen gerate. Leider kann ich, bzw. koennen wir, hier immer nur die grossen Dinge beschreiben und die kleinen und unscheinbaren Dinge werden uebergangen. Dabei sind es meistens diese, die das Besondere hier ausmachen. Gerade eben war ich Wasser kaufen, "pure water", oder wie die Verkaefer es hier rufen "iiiicccceeeddpuuuuueeea-wataaaa", 500 ml Wasser in einem Plastikbaeutel. Also habe ich dem Maedel gesagt, ich haette gerne fuenf Beutel. Gerade hatte ich das gesagt, verschwand sie von ihrem Stand und sagte, sie besorgt mir welches. Komisch dachte ich, denn an dem Stand gab es doch eine Pure Water Box. Also fragte ich mich, ob sie es hier an dem Stand vielleicht doch nicht verkauft. Aber egal, das wirklich verblueffende ist eigentlich, dass selbst wenn das Maedel kein Wasser an ihrem Stand verkaufen wuerde - letztendlich hatte sie gerade einfach kein kaltes Wasser mehr- waere sie losgegangen und haette mir welches besorgt. Genauso wie wir heute im Hotel gefragt haben, ob es einen Waschservice gibt. Nein, gibt es nicht, aber sie wuerden es trotzdem fuer uns tun. Die Leute sind hier einfach unglaublich hilfsbereit und freundlich. Naja, letztlich, waehrend ich auf das Wasser gewartet habe, spuerte ich auf einmal ein ziehen an meinem Arm. Es war ein kleiner Junge der einfach mal einen weissen Mann anfassen wollte. Also habe ich ihm meine Hand hingestreckt. Er hat sich richtig gefreut und so haben wir die ganze Wartezeit haendchenhaltend nebeneinandergestanden. Der Junge hat sich richtig darueber gefreut. In solche SItuationen geraet man hier staendig. Als wir heute ueber den Markt gelaufen, naja, besser durch die Menschenmassen geschoben haben, vorbei an allen erdenklichen Gegenstaenden, Lebensmitteln und Geruechen, packt mich auf einmal eine Frau an den Arm, schreit "Obruni", was so viel heisst wie "weisser Mann" und haelt mir einen Minirock fuer kleine Maedchen hin, begleitet von einem "You buy!". Ich frag sie zurueck, ob sie denn wirklich glaubt, dass ich darein passe und sie faengt schallend an zu lachen.
Solche Geschichten, ueber Freundlichkeit, Herzlichkeit und Neugier, aber auch Angst und Ablehnung, koennte ich zu Hauf erzaehlen. Leider werden sie nur wirklich verstaendlich, wenn man die Dinge tatsaechlich selbst erlebt.
Vor zwei Wochen war ich mit einem Kumpel hier Jagen. Richtig auf traditionelle Weise, nicht mit Gewehren oder aehnlichen Waffen, sondern jeder war mit einem oder mehreren Stoeckern bewaffnet. Morgens frueh sollte es los gehen, mit mehreren 100 Mann in den Busch. Als ich um 7 Uhr morgens bei ihm ankam hatten wir noch etwas Zeit und wir warteten mit einigen anderen Jaegern vor dem Haus. Wie wir dort so sassen kam ein kleiner Junge daher. Einer der Jaeger rief ihm zu er solle mal herkommen. Als er das hoerte rannte er los, blieb aber aprubt stehen, als er mich sah. Wie versteinert machte er keinen Schritt mehr vorwaerts. Also ging der Mann, der ihn gerufen hatte, zu ihm hin, nahm ihn auf den Arm und trug ihn zu uns rueber. Er stand dann vielleicht zwei Meter von mir entfernt sah, mich an und fing fuerchterlich an zu weinen.  Alle fingen an zu lachen und sagte zu dem Jungen, dass er zu recht Angst haette vor dem weissen Mann und wenn er mir zu nahe kaeme wuerde ich ihn fangen und aufressen. Ich glaube er wird sich niemals mehr in seinem Leben an weisse Menschen herantrauen.
Das Jagen insgesamt war eine anstrengende und wirklich schoene Erfahrung. Waehrend ich zwar zwei mal versucht habe ein Tier mit dem Stock zu treffen, habe ich doch jaemmerlich versagt. Dennoch, und das mag man kaum glauben, haben einige von den Jaegern richtig grosse Tiere erlegt. Einer hat sogar eine Antilope getoetet. Zum Abschluss der Jagd habe ich meine eigene Waffe geschenkt bekommen und nenne mich jetzt Jaeger. Ich bin mir sicher, beim naechsten Besuch in Ghana werde ich wieder Jagen gehen und dann, und das verspreche ich, werde ich einen Braten nach Hause bringen.

Kurz nach dieser Erfahrung sind Maggi und ich einen Tagesausflug nach Kintampo gemacht. aufmerksame Leser dieses Blogs werden diesen Namen kennen, denn Maggi war schonmal dort. In Kintampo befindet sich ein wirklich schoener kleiner Regenwald, der zwar zur Zeit etwas weniger Wald ist, auf Grund von Trockenheit, aber nicht minder schoen. In Mitten dieses Waldes befindet sich ein wirklich schoener Wasserfall. An diesem haben wir beide einen schoenen Tag verbracht, haben im Wasser gebadet und es uns gut gehen lassen. Dieser Trip war eine wirklich notwendige Abkuehlung, denn mittlerweile brennt die Sonne im Norden Ghanas. Die Tagestemperaturen liegen ueber 40 Grad. Gut das es iced pure water ueberall zu kaufen.

Jetzt sind Maggi und ich gerade am Reisen. Die letzten Tage haben wir in Kumasi und Umgebung verbracht. Leider wird es wohl in den naechsten Wochen nicht mehr so einfach fuer uns ins Internet zu gehen. Deshalb seid alle nicht boese und traurig, wenn ihr nichts mehr zu lesen kriegt. Dafuer duerft ihr euch alle auf schoene und spannende Geschichten freuen.

Liebe Gruesse an alle zu Hause

Bis bald,

Maggi und Michael (Abena und Kwaku, unsere Namen in Twi) 

Ich bin doch ganz schoen schreibfaul geworden, wahrscheinlich aendert sich das auch nicht in der naechsten Zeit. Aber Mike macht das schon ganz gut. Waehrend er schreibt, lade ich Bilder hoch und das ist nicht minder anstrengend und frustrierend, wenn die Verbindung abstuerzt.  Seid also nicht sauer, wenn ich mich mal halbwegs ausruhe. Immerhin sind es heute sehr viele Fotos. Bis bald. Maggi


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Tuesday, 17. february 2009 2 17 /02 /Feb. /2009 13:32
Nun bin ich schon zwei Wochen in Ghana und es ist bei weitem nicht mehr so, als würde ich Maggi besuchen, es ist viel mehr so, dass ich zu einem Teil von allem hier geworden bin. Aber lasst mich kurz von vorne beginnen. Wie ihr wahrscheinlich alle wisst, bin ich am Montag den 02.02.2009 von Düsseldorf aus via Tripolis nach Accra geflogen. Eigentlich, so sagte Maggi, sollte ich am Flughafen in Accra von Eric abgeholt werden. Er sollte mich zum Hotel bringen und mir ein Busticket nach Tamale für den nächsten Tag besorgen. Nachdem ich aber alle Kontrollen am Flughafen durchgestanden und mein Gepäck zusammengesucht hatte, trat ich aus dem Flughafengebäude in meine erste ghanaische Nacht. Aber anstatt dort einen Eric mit einem Schild in der Hand mit meinem Namen drauf, stand dort Maggi. Es war so genial, ich habe mich so unglaublich gefreut, sie nach knapp vier Monaten in die Arme nehmen zu können. Von diesem Punkt an konnte es nur noch besser werden. Accra war sehr turbulent, die Menschen rennen wie wild durcheinander, nahezu das gesamte Leben findet auf der Straße statt. Alle verkaufen Dinge, die sie bei sich haben, von Lebensmitteln über Wasser bis hin zu Schuhen und Klamotten. Als Weißer ist man dort sehr begehrt und wird alle Nase lang von einem Händler oder einer Händlerin umworben Dinge zu kaufen. Und es ist wirklich schwierig, die HänlderInnen wieder los zu werden. Wirklich anstrengend. Nach diesen Erlebnissen sind Maggi und ich erstmal nach Cape Coast gefahren, denn Maggi hatte sich ein paar Tage frei genommen, damit wir gemeinsam erstmal etwas erleben können, bevor ich ihren Alltag in Tamale kennen lerne. Cape Coast ist wirklich schön, aber leider wurde man auch hier sehr oft angesprochen Dinge zu kaufen oder zumindest den Laden anzuschauen, etc. Unvergesslich ist aber der Strand. Wir haben dort in einem Beach Resort direkt am Wasser gewohnt. Von der Terasse der Bar aus, hatte man einen wunderbaren Blick auf den Ozean. In den Morgenstunden konnte man den Fischern zuschauen, wie sie ihre Boote ins Wasser schieben und Nachmittags den Einheimischen beim Fussball spielen zuschauen. Maggi und ich haben die Zeit und auch den Strand und das Meer sehr genossen. Bei einem abendlich Strandspaziergang wurden wir von einem Hund der Hotelanlage begleitet, weil wir ihn gestreichelt haben, von dem Punkt an ist er uns immer hinterher gelaufen. Den hätten wir am liebsten mitgenommen. Am zweiten Tag des Kurzurlaubs haben wir von Cape Coast aus eine Tagestour nach Busua gemacht. Busua ist ein wirkliches Paradies. Es ist klein, direkt in einer kleinen Bucht gelegen mit einer kleinen Lagune, hat es nur einen kleinen Nachteil; hier hängen viele Touristen rum. Das beste aber daran war, dass der Strand wirklich Menschen leer war und Maggi und ich einfach nur entspannen und schwimmen konnten. Hier habe ich mir dann auch meinen ersten Ganzkörpersonnenbrand zugezogen, aber das war es auch wert. Abends sind wir dann mit einem Sammeltaxi wieder zurück nach Cape Coast gefahren. Die Fahrt führte entlang einer Küstenstraße, die Sonne war untergegangen, der Fahrtwind wehte mir direkt ins Gesicht und aus dem Autoradio kam Reggeamusik. Kann es einem besser gehen? Leider sind wir am nächsten Tag dann nach Tamale gefahren. Der „Urlaub“ war also vorbei und jetzt galt es also die Gastfamilie und die anderen Bewohner des Hauses kennen zu lernen, Maggis Freunde zu treffen und endlich zu sehen, wie und wo Maggi die letzten Monate verbracht hat. Der Gedanke daran hat mich zum ersten Mal auf dieser Reise ein wenig nervös gemacht. Mittlerweile lebe ich seit kanpp zwei Wochen mit diesen Menschen zusammen und muss sagen, trotz aller Unterschiede, und glaubt mir es gibt sehr viele im Vergleich zu Deutschland, bin ich so froh, dass ich das erleben darf. Die Menschen hier sind sehr freundlich, so bald man irgendwelche Hilfe braucht, sind sie für dich da. Es wird viel gelacht und es ist eigentlich rund um die Uhr immer etwas los. Gestern habe ich mit den älteren Jungs Fussball gespielt. Eigentlich war ich mit einem um 16 Uhr verabredet. Kurz vor vier war ich hier, er aber nicht. Nur sein Mitbewohner war gerade beim Wäsche waschen. Also habe ich ihn gefragt, was denn nun mit Fussball ist. Er sagte, er weiß nichts davon, aber er sagt ein paar Leuten bescheid. Los ging es also, und auf dem kurzen Weg zum Platz kamen aus allen Ecken und Winkeln Typen hervor, die mit uns spielen wollten. Das war echt lustig. Für nächste Woche ist gleich das nächste Match angesetzt. Ach ja, bevor ich es vergesse. Das letzte Wochenende waren Maggi und ich im Mole Nationalpark auf Safari. Morgens und Nachmittags sind wir jeweils zwei Stunden durch die Steppe des Parks gelaufen und haben wilde Tiere beobachtet. Unter anderem haben wir schwarze Elefanten, Wasserbüffel, Wildschweine, Antilopen, Affen und viele Vögel gesehen. Oh man, ich würde gerne noch viel mehr schreiben, denn jeder Tag bringt so viel neues und spannendes mit sich, dass sich zu beschreiben lohnt. Aber wie Maggi vorher schon immer wieder betont hat, man kann nur bruchstückhaft beschreiben, wie es hier so ist. Jetzt muss ich los zur Arbeit. Ja, ihr habt richtig gehört, ich arbeite hier drei mal die Woche als Lehrer in einem gemeinnützigen Projekt für Kinder und Jugendliche, die aus Familien stammen, die sich die Schule nicht leisten können. Eine gute Sache und ich darf hier jetzt den kleinen in den nächsten Wochen lesen und schreiben beibringen. Das macht wirklich Spaß, denn die wenigsten von den kleinen Kindern sprechen Englisch und ich kein Dagbani (hier die Stammessprache). Okay, ich wünsche euch allen eine erholsmae Zeit. Freut euch und für die, die in diesen Tagen sehr viel zu tun haben, insbesondere Jens, denen wünsche ich viel Erfolg. Jens, du rockst das Examen. Bis bald, Michael

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Wednesday, 7. january 2009 3 07 /01 /Jan. /2009 19:34
Der Neujahrstrip ist vorbei und wir haben leider wieder !trockenen! Boden unter den Fuessen. Wie trocken es hier wirklich ist, merke ich erst jetzt, da ich die feuchte Luft in Cape Coast gefuehlt habe. Es war wirklich herrlich am Meer. Wir haben fast eine Woche dort verbracht und eigentlich nichts anderes gemacht als am Strand zu haengen. Die Stadt an sich ist auch toll. Es hat so viel Charme. Ich kann es am besten als Mischung aus Altstadt Jever, Hooksiel und einer Kuestenstadt in Italien beschreiben. Einfach suess. Silvester waren wir in einem Strandhotel und haben mit Akrobatikshow, traditioneller Musik und Tanz, Lagerfeuer und Feuerwerk eine geile Party gehabt.
Es waren wirklich entspannte Tage dort. Wir haben unter Kokusnuspalmen gesessen, Cocktails getrunken, gut gegessen, im Atlantik geschwommen und sogar eine Flaschenpost gefunden. Mehr oder weniger, denn sie ist uns wieder entwischt. Die Aussicht war herrlich. Eine schoene Burg hier, ein paar Fischerbote da, Klippen, die peitschenden Wellen.... Schwimmen war eigentlich gar nicht moeglich, da die Wellen so stark waren, dass man schon genug damit zu tun hatte gegen sie zu kaempfen.

                                                    .........Cape Coast........


                                    ......und dann haben wir noch Akrobaten kennengelernt.....


Wahrscheinlich wissen auch die meisten schon, dass wir etwas Aerger mit unseren Mitreisenden hatten. Es ging leider ums Geld und da wir uns das nicht weiter antun wollten, sind Alina und ich von Cape Coast weiter nach Busua gefahren und haben den Rest einfach da gelassen. Der Rueckweg war dann aber leider umso anstrengender, da wir nicht mehr mit dem Auto, sondern mit dem Bus fahren mussten. Letztendlich sind wir 5 mal umgestiegen und waren nach geschlagenen 24 Stunden wieder zu Hause. Aber auch der Umweg ueber Busua hat sich gelohnt. Der Strand war einfach nur einsam und verlassen. Sand, tuerkisblaues Meer und eine einsame Insel war alles was wir den Tag ueber gesehen haben. Kurzgefasst, Ghanas Kueste ist traumhaft.


........Busua Beach.......

Zu Hause angekommen war das erste was ich gemacht habe ins Krankenhaus zu gehen, weil ich mir mal wieder irgendwas eingefangen habe. Wahrscheinlich Salmonellen. Kein Wunder, wenn wir immer auf der Strasse essen. Das abgedrehteste was wir bisher gemacht haben, war einen kompletten Tintenfisch zu essen, der hoechstwahrscheinlich schon ein paar Stunden von einer Strassenverkaeuferin in der prallen Sonne auf dem Kopf getragen wurde. Es ist leider immer wieder verlockend.

So, bis dahin

Maggi

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  • Magdalena Szadkowski
  • leben-in-ghana
  • Weiblich
  • 11.01.1983

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