Artikel teilen! 14 Tage Ghana - Erste Impressionen Maggi und Michael: Nun bin ich schon zwei Wochen in Ghana und es ist bei weitem nicht mehr so, als würde ich Mag ...

Nun bin ich schon zwei Wochen in Ghana und es ist bei weitem nicht mehr so, als
würde ich Maggi besuchen, es ist viel mehr so, dass ich zu einem Teil von allem hier geworden bin. Aber lasst mich kurz von vorne beginnen. Wie ihr wahrscheinlich alle wisst, bin ich am Montag den
02.02.2009 von Düsseldorf aus via Tripolis nach Accra geflogen. Eigentlich, so sagte Maggi, sollte ich am Flughafen in Accra von Eric abgeholt werden. Er sollte mich zum Hotel bringen und mir ein
Busticket nach Tamale für den nächsten Tag besorgen. Nachdem ich aber alle Kontrollen am Flughafen durchgestanden und mein Gepäck zusammengesucht hatte, trat ich aus dem Flughafengebäude in meine
erste ghanaische Nacht. Aber anstatt dort einen Eric mit einem Schild in der Hand mit meinem Namen drauf, stand dort Maggi. Es war so genial, ich habe mich so unglaublich gefreut, sie nach knapp
vier Monaten in die Arme nehmen zu können. Von diesem Punkt an konnte es nur noch besser werden. Accra war sehr turbulent, die Menschen rennen wie wild durcheinander, nahezu das gesamte Leben
findet auf der Straße statt. Alle verkaufen Dinge, die sie bei sich haben, von Lebensmitteln über Wasser bis hin zu Schuhen und Klamotten. Als Weißer ist man dort sehr begehrt und wird alle Nase
lang von einem Händler oder einer Händlerin umworben Dinge zu kaufen. Und es ist wirklich schwierig, die HänlderInnen wieder los zu werden. Wirklich anstrengend. Nach diesen Erlebnissen sind Maggi
und ich erstmal nach Cape Coast gefahren, denn Maggi hatte sich ein paar Tage frei genommen, damit wir gemeinsam erstmal etwas erleben können, bevor ich ihren Alltag in Tamale kennen lerne. Cape
Coast ist wirklich schön, aber leider wurde man auch hier sehr oft angesprochen Dinge zu kaufen oder zumindest den Laden anzuschauen, etc. Unvergesslich ist aber der Strand. Wir haben dort in einem
Beach Resort direkt am Wasser gewohnt. Von der Terasse der Bar aus, hatte man einen wunderbaren Blick auf den Ozean. In den Morgenstunden konnte man den Fischern zuschauen, wie sie ihre Boote ins
Wasser schieben und Nachmittags den Einheimischen beim Fussball spielen zuschauen. Maggi und ich haben die Zeit und auch den Strand und das Meer sehr genossen. Bei einem abendlich Strandspaziergang
wurden wir von einem Hund der Hotelanlage begleitet, weil wir ihn gestreichelt haben, von dem Punkt an ist er uns immer hinterher gelaufen. Den hätten wir am liebsten mitgenommen. Am zweiten Tag
des Kurzurlaubs haben wir von Cape Coast aus eine Tagestour nach Busua gemacht. Busua ist ein wirkliches Paradies. Es ist klein, direkt in einer kleinen Bucht gelegen mit einer kleinen Lagune, hat
es nur einen kleinen Nachteil; hier hängen viele Touristen rum. Das beste aber daran war, dass der Strand wirklich Menschen leer war und Maggi und ich einfach nur entspannen und schwimmen konnten.
Hier habe ich mir dann auch meinen ersten Ganzkörpersonnenbrand zugezogen, aber das war es auch wert. Abends sind wir dann mit einem Sammeltaxi wieder zurück nach Cape Coast gefahren. Die Fahrt
führte entlang einer Küstenstraße, die Sonne war untergegangen, der Fahrtwind wehte mir direkt ins Gesicht und aus dem Autoradio kam Reggeamusik. Kann es einem besser gehen? Leider sind wir am
nächsten Tag dann nach Tamale gefahren. Der „Urlaub“ war also vorbei und jetzt galt es also die Gastfamilie und die anderen Bewohner des Hauses kennen zu lernen, Maggis Freunde zu treffen und
endlich zu sehen, wie und wo Maggi die letzten Monate verbracht hat. Der Gedanke daran hat mich zum ersten Mal auf dieser Reise ein wenig nervös gemacht. Mittlerweile lebe ich seit kanpp zwei
Wochen mit diesen Menschen zusammen und muss sagen, trotz aller Unterschiede, und glaubt mir es gibt sehr viele im Vergleich zu Deutschland, bin ich so froh, dass ich das erleben darf. Die Menschen
hier sind sehr freundlich, so bald man irgendwelche Hilfe braucht, sind sie für dich da. Es wird viel gelacht und es ist eigentlich rund um die Uhr immer etwas los. Gestern habe ich mit den älteren
Jungs Fussball gespielt. Eigentlich war ich mit einem um 16 Uhr verabredet. Kurz vor vier war ich hier, er aber nicht. Nur sein Mitbewohner war gerade beim Wäsche waschen. Also habe ich ihn
gefragt, was denn nun mit Fussball ist. Er sagte, er weiß nichts davon, aber er sagt ein paar Leuten bescheid. Los ging es also, und auf dem kurzen Weg zum Platz kamen aus allen Ecken und Winkeln
Typen hervor, die mit uns spielen wollten. Das war echt lustig. Für nächste Woche ist gleich das nächste Match angesetzt. Ach ja, bevor ich es vergesse. Das letzte Wochenende waren Maggi und ich im
Mole Nationalpark auf Safari. Morgens und Nachmittags sind wir jeweils zwei Stunden durch die Steppe des Parks gelaufen und haben wilde Tiere beobachtet. Unter anderem haben wir schwarze Elefanten,
Wasserbüffel, Wildschweine, Antilopen, Affen und viele Vögel gesehen. Oh man, ich würde gerne noch viel mehr schreiben, denn jeder Tag bringt so viel neues und spannendes mit sich, dass sich zu
beschreiben lohnt. Aber wie Maggi vorher schon immer wieder betont hat, man kann nur bruchstückhaft beschreiben, wie es hier so ist. Jetzt muss ich los zur Arbeit. Ja, ihr habt richtig gehört, ich
arbeite hier drei mal die Woche als Lehrer in einem gemeinnützigen Projekt für Kinder und Jugendliche, die aus Familien stammen, die sich die Schule nicht leisten können. Eine gute Sache und ich
darf hier jetzt den kleinen in den nächsten Wochen lesen und schreiben beibringen. Das macht wirklich Spaß, denn die wenigsten von den kleinen Kindern sprechen Englisch und ich kein Dagbani (hier
die Stammessprache). Okay, ich wünsche euch allen eine erholsmae Zeit. Freut euch und für die, die in diesen Tagen sehr viel zu tun haben, insbesondere Jens, denen wünsche ich viel Erfolg. Jens, du
rockst das Examen. Bis bald, Michael
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